Archivtagung für die Heimatforschung

Mehr als 100 Heimatforschende kamen am Freitag, den 31. August 2018 in das Sächsische Staatsarchiv, Staatsarchiv Chemnitz zur Archivtagung für die Heimatforschung in der Frühen Neuzeit.
Dr. Michael Wetzel vom Staatsarchiv Chemnitz stellte in seinem Impulsvortrag das frühneuzeitliche Dorf im südwestsächsischen Raum in seinen inneren Strukturen und seiner Einbindung in die politisch-administrativen Zusammenhänge der sächsischen Geschichte vor. Weitere Referenten betrachteten die sächsischen Gerichtsbücher oder Archive der Kirchgemeinden mit ihrem Nutzen für die Heimatforschung, aber auch Kartenüberlieferungen und das Schriftgut der landesherrlichen Verwaltung wurden als Quellen für die regionale Heimatforschung vorgestellt.
Eine Führung durch das Staatsarchiv mit Erläuterungen zur Nutzung durch die Heimatforschenden rundete die Tagung neben dem Austausch mit Fachleuten bzw. Gesprächen untereinander ab.
Organisiert wurde die Veranstaltung durch das Sächsische Landeskuratorium Ländlicher Raum e.V. (SLK), sie fand im Rahmen des Projekts „Unterstützung des freiwilligen Engagements in der Heimatforschung“ statt. Partner waren das Staatsarchiv Chemnitz sowie das Evangelische Zentrum Ländlicher Raum Heimvolkshochschule Kohren-Sahlis.
Diese Maßnahme wurde mitfinanziert durch Steuermittel auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes. Die Förderung erfolgt durch das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft.

Zu den Bildern (v.l.r.):

  1. Großer Andrang zur Archivtagung in Chemnitz, Heimatforschende im Gespräch
  2. Ulrike Budig bei Ihrem Vortrag zu „Überlieferungen in den Archiven der Kirchgemeinden“
  3. Projektkoordinator Klaus Reichmann mit Begrüßungsworten an die Teilnehmenden der Archivtagung
  4. Projektkoordinator Klaus Reichmann (re.) stellt die Referent/innen vor: (v.li.) Dr. Georg Zimmermann, Ulrike Budig, Dr. Peter Wiegand und Dr. Jens Kunze
  5. Raymond Plache bei der Archivführung durch das Sächsische Staatsarchiv, Staatsarchiv Chemnitz

 

3. Fachtag Ortschronisten – Erfahrungsaustausch und wertvolle Impulse

Im Mai 2018 konnte das Sächsische Landeskuratorium Ländlicher Raum e.V. im vollen Christophorus-Saal der Heimvolkshochschule in Kohren-Sahlis 82 Teilnehmer zum 3. Fachtag für Ortschronisten begrüßen. Dabei stand das Motto „Werte im Kontext“ im Mittelpunkt.
Rudolf Priemer vom Geschichts- und Altertumsverein zu Grimma stimmte die Anwesenden mit seinem lockeren Impulsvortrag zum Thema „Wertewandel im Dorf“ auf die Ta gung ein. So erinnerte er mit den Worten „wenn Sie es nicht aufschreiben, macht es keiner“ an vergessene Handwerke, in den Erinnerungen verschwundene Personen und verlorene Dorf- und Stadtansichten aber auch an die Praktiken in der Landwirtschaft, die einem ständigen Wandel unterliegen.
Die Teilnehmer hatten im Anschluss an Rudolf Priemers Impulsreferat die Möglichkeit, sich von der in der Heimvolkshochschule gezeigten Ausstellung „Sachsens Geschichte unterm Acker“ von Dr. Rebecca Wegener inspirieren zu lassen, den mitteldeutschen Historikerpreis „Ur-Krostitzer Jahresring“, einem ausgelobten Wettbewerb für Freizeithistoriker von Dr. Ines Zekert vorgestellt zu bekommen oder Hinweise auf eigene Publikationen der Heimatforscher und Ortschronist zu bekommen.
Die vier thematischen Werkstätten fanden nach diesem einführenden Abschnitt parallel statt.
In der Werkstatt 1 stellte die Referentin Susann Gramm, vom Büro für Kultur- und Kunstgeschichte in Chemnitz das Sammeln und Bewahren von Literatur, Archivalien und Objekten vor. Die Werkstatt 2 wurde von Dr. Frank Metasch, vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V. in Dresden, geleitet. Er sensibilisierte über Werte- und Währungsverhältnisse in der Geschichte, um widersprüchlichen oder zweifelhaften Vergleichsangaben in der Geschichtsschreibung zu entgegnen. Mit der Vorstellung des Projektes „Digitale Wissensbasis.MUSEUM“ setzte sich die Werkstatt 3 unter der Leitung von Dr. Susanne Baudisch, freiberufliche Historikerin und wissenschaftliche Bibliothekarin, auseinander. Im Fokus dieser Werkstatt stand die Sammlung und Veröffentlichung von Quellen und Quellenverweisen auf digitalen Plattformen im Netz. Die 4. Werkstatt, eine Schreibwerkstatt, wurde von Joachim Krause geleitet, der vor allem als Autor seiner Bücher „Fremde Eltern“ und „Im Glauben an Gott und Hitler“ bekannt ist. Er informierte dabei, wie aus trockenen Fakten wertvolle Geschichten erzeugt werden können und zeigte an Beispielen die Herangehensweise.
Mit Gesprächen und bei einem historischen Stadtspaziergang, geführt durch Peter Ruf aus Kohren-Sahlis, konnten die Teilnehmer den Fachtag Revue passieren lassen, sich gegenseitig austauschen und das Örtchen Kohren-Sahlis näher kennen lernen. Am Nachmittag stellte Dr. Susanne Baudisch bei einem archäologischen Rundgang die Burgruine Kohren vor.

 

 

Workshop zu Finanzierung von Projekten der ehrenamtlichen Heimatforschung

Am 21. März 2018 fand eine vom Sächsischen Landeskuratorium Ländlicher Raum e.V. (SLK) organisierte Veranstaltung zum Thema Finanzierung von Projekten der Heimatforschung statt. 34 Interessierte fanden sich zu der unter dem Motto „Taler fallen nicht vom Himmel“ stehenden Veranstaltung im Steingut Burkhardswalde bei Klipphausen ein. Als praktisches Beispiel wurde die Förderrichtlinie Heimatpflege/Laienmusik des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus vorgestellt. Mandy Schmieder von der Landesdirektion Sachsen erläuterte dabei den Rahmen dieser Richtlinie und gab Hinweise, wie die Förderung funktioniert. Kristin Hildebrand vom Regionalmanagement der LEADER-Region Lommatzscher Pflege legte die aktuellen Fördermöglichkeiten für Vereine über die LEADER-Förderung sowie weitere regionale Förderinstrumente dar. Im Anschluss daran gab Claudia Vater vom SLK zudem wichtige Hinweise zu weiteren Fördermöglichkeiten sowie Tipps, wo und wie nach der optimalen Förderung bzw. Stiftungen gesucht werden kann.
Den Sächsischen Landespreis für Heimatforschung stellte Dr. Dieter Herz vom Sächsischen Staatsministerium für Kultus vor. Durch die Preisausschreibung sollen die Leistungen der ehrenamtlich Tätigen in der sächsischen Heimatforschung hervorgehoben werden. Die GewinnerInnen erhalten zudem Geld- und Sachpreise. Vorschläge können bis zum 7. Mai 2018 eingereicht werden.
In Rahmen eines Regionalgespräches diskutierte SLK-Mitarbeiter Klaus Reichmann mit den TeilnehmerInnnen Ideen für eine „Wanderausstellung – Feste und Bräuche auf dem Land“. In diesem Projekt soll gemeinsam mit Heimatforschern eine Rollup-Ausstellung entstehen, die an wichtige regionale Feste und Bräuche erinnert. Geplant ist, diese Ausstellung zum 21. Landeserntedankfest, das in diesem Jahr vom 14. bis 16. September in der Großen Kreisstadt Coswig stattfinden wird, zu präsentieren.
Mit vielen interessanten Wortmeldungen und Gesprächen endete die Veranstaltung, die Bestandteil des Projektes „Unterstützung des freiwilligen Engagements in der Heimatforschung im ländlichen Raum Sachsens“ ist und aus Mitteln des sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft unterstützt wurde.

 

Veranstaltung im Leibniz-Institut für Länderkunde

Am Freitag, dem 19. Januar 2018 fand eine vom Sächsischen Landeskuratorium Ländlicher Raum e.V. (SLK) und dem Leibniz-Institut für Länderkunde (IfL) organisierte Veranstaltung für Ortschronist/innen und Heimatforscher/innen in der Geographischen Zentralbibliothek und im Archiv für Geographie des Leibniz-Institut für Länderkunde in Leipzig statt.
Klaus Reichmann, vom SLK-Projekt „Unterstützung des freiwilligen Engagements in der Heimatforschung“ stellte den Besucher/innen das Projekt vor und verdeutlichte die Aufgaben, die es als Scharnierfunktion zwischen den Laienforscher/innen und den Institutionen der sächsischen Historie wahrnimmt. Das Projekt ist für all diejenigen da, die sich in Sachsen mit Ortschronistik und Heimatforschung beschäftigen und will dabei eine hilfreiche Stütze sein. Das Projekt wird aus Mitteln des sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft unterstützt.
So stand auch die Veranstaltung im IfL unter dem Motto, den Besucher/innen vorzustellen, welche Angebote das Institut bereithält. Dr. Haik Porada sprach über die Buchreihe „Landschaften in Deutschland“, die in der Tradition der „Werte unserer Heimat“ steht und seit dem aktuellen Band „Leipzig“ in neuem Gewand sowie mit vielen Online-Zugriffen auf der Internetseite www.landschaften-in-deutschland.de aufwartet. In den Bänden werden ab ca. der Zeit im 16. Jhd. bis zur Gegenwart v.a. Geographie, Geschichte und Soziales betrachtet. Sachverhalte werden über die Geographie unterlegt und verdeutlicht.
Dr. Heinz Peter Brogiato, Leiter der Bibliothek und des Archivs im IfL, führte die Teilnehmer/innen nach einer kurzen historischen Einführung durch die Bibliothek, welche öffentlich und kostenlos nutzbar ist. Die Bibliothek der deutschen Heimatzeitschriften des IfL befindet sich im Aufbau; entstehen soll die wichtigste Leihbibliothek im Bereich der landeskundlichen und regionalgeschichtlichen Zeitschriften und Serien in Deutschland. Wessen Heimtatzeitschrift noch nicht im Bestand des IfL zu finden ist, dessen Redakteure können sich gern bei Dr. Brogiato melden, um diese mit in den Bestand aufnehmen zu lassen. Neben den Zeitschriften sind teilweise auch Karten und Fotografien sowie eine einzigartige Sammlung von über 5.000 Atlanten online unter ifl.wissensbank.com recherchierbar und anzusehen. Der Nationalatlas, welchen das IfL über viele Jahre als Printmedium herausgegeben hat, wird online weitergeführt. Auf dem Portal www.nationalatlas.de wird jeden Monat eine neue Karte präsentiert.
Als besonderen Höhepunkt durften die Besucher/innen noch einen Blick in den Wissenschaftlichen Altbestand des IfL wagen, der v.a. der Kartographie gewidmet ist.
Zum Abschluss der Instituts-Exkursion wurde der Hauptraum des Schriftarchives begutachtet, der die größte Sammlung an schriftlichen Nachlässen von Geographen in Deutschland enthält. Als Beispiel wurde der durch das „Meyers Konversationslexikon“ bekannte Hans Meyer herausgegriffen.
Da es für diese Veranstaltung mehr Anmeldungen als Plätze gab, wurde diese mit dem Versprechen, sie im Herbst zu wiederholen, beendet.
Am 3. März 2018 beteiligt sich das IfL am Tag der Archive. Dabei wird unter dem Motto „Demokratie und Bürgerrecht“ die Karte als Medium im Mittelpunkt stehen.

Klaus Reichmann, SLK